Beitrag bei SWR Heimat über meine Assistentin Nadine

Ich habe wieder eine Anfrage vom SWR bekommen. Diesmal stand das Thema Assistenz im Vordergrund.
Die Redakteurin vom letzten Beitrag hat gefragt, ob ich jemand in meinem Team habe, der gerne bei diesem Beitrag mitwirken möchte und da viel mir direkt meine Assistentin Nadine ein.

„Ich bin der Meinung, dass jeder ein selbstbestimmtes Leben führen sollte, sofern es geht.“ Nadine Juratovits (30) ist die persönliche Assistenz von Robert Croissant. Dieser ist vom Hals abwärts gelähmt und benötigt eine 24 Stunden Assistenz, damit er ein selbstbestimmtes Leben führen kann. „Die Assistenz ist eine Begleitperson für alle Tätigkeiten des täglichen Lebens. Ich bin für den Robert nur die Füße und die Arme, weil ich alles mache, was er mir sagt.“ Vorher hat Nadine in der Altenpflege gearbeitet. Mit ihrem Job war sie irgendwann nicht mehr zufrieden. „Ich fand es sehr schlimm, dass man für die Leute im Altersheim einfach keine Zeit hat. Die Fachkräfte sind mehr mit Schreiben und Arztvisiten beschäftigt, wie mit denen Leuten. Du bist dort eigentlich immer im Stress.“ Die Arbeit als persönliche Assistenz kannte sie vorher noch nicht. „Ich habe mir das dann angeschaut und gesagt: ‚Ja, cool, macht Spaß, du hast Zeit für dich‘. Man hat einfach viel Freizeit. Und mir ist Freizeit wichtiger als Geld. Und dass ich Spaß an meinem Job habe.“ Zusammen mit Robert geht sie auch mal auf Weinfeste oder Partys. „Es passt einfach. Wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Ich habe mega viel Spaß hier und wir lachen sehr viel. Die Geschichte von Robert hat mich mitgenommen, aber ich finde es cool, was er aus seinem Schicksal gemacht hat.“ Für ihre Arbeit wünscht sich Nadine manchmal mehr Geld zu verdienen, aber generell ist sie glücklich. Denn der Pflegestatus von Robert lässt es zu, dass sie sich nach getaner Arbeit im Haushalt auch mal mit einem Buch auf die Couch setzen kann, während Robert an seinem PC arbeitet. Das ist bei jeder pflegebedürftigen Person anders. „Wenn ich jemanden helfen kann und der freut sich, das gibt einfach wieder was zurück. Ich freue mich dann auch.“

(Originaltext und Beitrag von Michèle Kraft, SWR. Quelle: SWR Heimat)

Beitrag bei SWR Heimat | Menschen in Rheinland-Pfalz | Landesschau Rheinland-Pfalz – SWR

Eine junge Redakteurin ist durch ein YouTube Video auf mich aufmerksam geworden und hat sich dafür interessiert, wie man auch mit Handicap PC-Spiele spielen kann.
Für die Rubrik SWR Heimat, in der in einminütigen Porträts Menschen aus der Region vorgestellt werden, hat sie dann einen Beitrag über mich gemacht.

Was wäre, wenn du nur noch deinen Kopf bewegen könntest? Für Robert Croissant ist das keine Frage, es ist sein Alltag. Ein spontaner Sprung in einen Badesee ändert 2006 sein Leben. Der See war nicht tief genug und Robert kam mit dem Kopf auf dem Boden auf. Die Diagnose: Querschnittsgelähmt von den Schultern abwärts.

„Ich habe noch unter Wasser gemerkt, irgendwas stimmt nicht. Ich kann mich nicht bewegen, ich muss hier raus. Dann wurde alles schwarz und ich bin am Ufer wieder wach geworden.“

Seitdem hat sich viel verändert in seinem Leben. Aufgeben kam für ihn aber nie in Frage. Mit der Unterstützung seiner Familie und eines 24-Stunden-Assistenten hat sich Robert ins Leben zurückgekämpft und lebt, so weit es ihm möglich ist, selbstständig. „Die Technologie ist heute so ausgelegt, möglichst viel mit wenig Bewegung zu steuern. Wie zum Beispiel beim Smartphone. Das hilft mir viel weiter.“ Für sein Hobby Computerspielen braucht er nur Hilfe beim Einschalten des PCs oder auch, wenn er ein neues Gerät verbaut. Ein Joystick, den er mit dem Mund betätigt, sowie eine Tastatur und ein Mikro lassen ihn ganz alleine die digitalen Welten der Spiele erkunden.

„Ich habe vorher auch schon gespielt. Zur Zeit des Unfalls war ich mir unsicher, wie es weitergehen wird. Weil ich sehr gerne und viel gespielt habe. Ob ich das jemals wieder machen kann. Ich habe es relativ schnell wieder gelernt. Und bin jetzt froh, dass ich die Spiele von früher jetzt auch noch spielen kann.“ Der Spaßfaktor kommt auch auf diese Art des Spielens nicht zu kurz und hört für Robert auch in der realen Welt nicht auf. Auf seiner Homepage macht er anderen Betroffenen Mut und zeigt, was viele für unerreichbar scheint mit dieser Art von Behinderung. Für Robert ist eins im Leben klar:

„Es ist nicht entscheidend was man hat, sondern was man daraus macht.“

(Originaltext und Beitrag von Michèle Kraft, SWR. Quelle: SWR Heimat)